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Die Sprache von Forschung und Lehre: Bindeglied zu Kultur und Gesellschaft?

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Die Sprache von Forschung und Lehre: Bindeglied zu Kultur und Gesellschaft?

In Forschung und Lehre wird die deutsche Sprache zunehmend zugunsten eines vereinfachten Englisch aufgegeben. Während im internationalen Kontext ein gemeinsames Verständigungsmedium unschätzbare Dienste leistet, wird die ausschließliche Verwendung einer Fremdsprache in der internen, täglichen Kommunikation unter Wissenschaftlern oftmals problematisch gesehen. Da verschiedene Sprachen die Wirklichkeit jeweils unterschiedlich strukturieren, sollte die Wissenschaft, die ja stets nach einem Ganzen der Erkenntnis strebt, mehrsprachig bleiben. Auch wissenschaftliches Denken ist kulturkreisspezifisch und durch historische Traditionen geprägt. Unterschiedliche Argumentationsstrukturen und die kulturell-historische Aufladung von Bezeichnungen und Begriffen deuten darauf hin, dass die jeweilige Sprache wissenschaftliche Denkweisen mitbedingt. Während die Auswirkungen, die die Verdrängung unserer Landessprache für den Erkenntnisprozess und die binnenwissenschaftliche Kommunikation hat, schon oft thematisiert wurden, ist über deren Folgen für das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit wenig bekannt. In der Veranstaltung geht es daher um die Frage, inwieweit die selbst bei uns im Inland beobachtete Engführung der Wissenschaftskommunikation auf die englische Sprache die kulturelle Einbettung von Forschung und Lehre sowie die gesellschaftliche Einbindung und das demokratische Selbstverständnis der Wissenschaft berührt. Ist die Sprache von Forschung und Lehre ein Mittler für die kulturelle und gesellschaftliche Verankerung der Wissenschaft? Bedeutet die Wahl einer Fremdsprache, dass sich die Wissenschaft jenseits der Gesellschaft und kultureller Traditionen angesiedelt sieht? Wird das vornehmste Ziel der Internationalisierung von Forschung und Lehre, nämlich der Aufbau eines interkulturellen Verständnisses, durch die kompromisslose Reduktion auf das Englische gefördert oder gar behindert?

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